Neurowissenschaften

Das menschliche Gehirn ist das komplexeste Organ unseres Körpers. Noch heute ist nicht bekannt, wie das Gehirn Informationen genau verarbeitet und speichert. Mit der Erforschung dieses Systems beschäftigen sich mittlerweile Neurowissenschaftler aus aller Welt.

Das Phänomen Gedächtnis

Das menschliche Gedächtnis ist ein kompliziertes Konstrukt. Manchmal kann es vorkommen, dass bestimmte Gedächtnisinhalte falsch sind. Man erinnert sich an Vorkommnisse, die nie stattgefunden haben oder zumindest in gänzlich anderer Weise.

Forscher der Universität von Cork führten dazu ein Experiment durch. Dabei legte man den rund 3.000 Probanden aus Irland Nachrichten vor, von denen zwei frei erfunden wurden. Die Nachrichten standen im Zusammenhang mit der damals bevorstehenden Abstimmung über das Abtreibungsverbot. Die Probanden wurden anschließend befragt, ob sie sich auch daran erinnern konnten, die zwei fingierten Nachrichten in den Medien gelesen oder gehört zu haben. Fast die Hälfte der Versuchspersonen gab dabei an, mindestens eine falsche Nachricht schon einmal gehört zu haben. Vor allem jene Personen, die über weniger kognitive Fähigkeiten verfügten, tappten dabei in diese Falle. Aber auch jene Personen, die von vornherein eine bestimmte Position zum Thema Abtreibung einnahmen, hielten an jenen Fakenachrichten fest, die ihre Position unterstützten. Die Forscher wollten damit beweisen, dass in der heutigen Zeit auch Falschnachrichten Personen manipulieren können.

Komplexe Entscheidungen

Das Gesetz von Weber besagt, dass Menschen physikalische Unterschiede erkennen können, wenn sie in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen. So können zwei unterschiedliche Töne erkannt werden oder zwei unterschiedliche Gewichte. Jetzt entdeckten Wissenschaftler, die sich mit dem Thema Psychophysik beschäftigen, dass dabei nicht nur das Verhältnis der Größen zueinander entscheidend ist, sondern auch die Zeit eine Rolle spielt. So werden leise Töne erst nach längerer Zeit unterscheidbar, während laute Töne relativ schnell voneinander unterschieden werden können. Die zur Unterscheidung der Töne benötigte Zeit verändert sich also proportional zur Veränderung der Lautstärke. Nun will man noch herausfinden, welche Gehirnareale an der Unterscheidung beteiligt sind.