Soziologie und Psychologie

Kultur, Gesellschaft und Sprache sind wichtige Bestandteile unseres Lebens und prägen unsere Persönlichkeit. Zu diesen Themen gibt es eine Reihe von interessanten Untersuchungen, die neue Erkenntnisse ans Licht gebracht haben.

Die Anatomie der Sprache

Die Entwicklung der menschlichen Sprachen stand bereits bei zahlreichen Studien im Mittelpunkt. Dabei wurden jedoch in erster Linie kulturelle Aspekte untersucht. Jetzt haben Forscher eine Studie präsentiert, die auch anatomische Strukturen für die Entwicklung der unterschiedlichen Sprachen verantwortlich machen.

Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut sind der Frage nachgegangen, ob auch die unterschiedliche Ausprägung des menschlichen Gaumens für die Sprache entscheidend ist. In der konkreten Studie untersuchten die Forscher des Instituts für Psycholinguistik die Ausprägung des Gaumens im Bezug auf die Bildung von Vokalen. Die Untersuchung wurde dabei mithilfe von MRT-Bildern vorgenommen. Die Bilder stammten von Probanden aus Europa, Nord- und Südindien sowie China.

Es konnte nachgewiesen werden, dass es tatsächlich anatomische Unterschiede zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen gibt. Beispielsweise unterscheidet sich der Gaumen von Südostasiaten deutlich vom Gaumen der Europäer. Auch die Vokale werden unterschiedlich ausgesprochen, was die Wissenschaftler auf die Gaumenform zurückführen konnten.

Das Wesen hierarchischer Beziehungssysteme

Menschen leben in hierarchischen Strukturen. Diese haben ihren Ursprung in der Entwicklungspsychologie. Der Mensch ist erfolgreich, da er über die Fähigkeit verfügt, Gruppen zu bilden. An der Universität von Illinois sind Wissenschaftler diesem Phänomen nachgegangen.

In einer Studie wurde das Verhalten von 120 Kindern im Hinblick auf ein Experiment analysiert. Dabei wurden drei Stoffbären eingesetzt. Einer fungierte als Anführer und die beiden anderen als Gruppenmitglieder. Daraufhin wurden zwei Spielzeuge an die Bären verteilt. Ein Bär nahm sich beide Spielzeuge, während der andere leer ausging. Ein Anführer erfüllte seine Rolle und nahm dem Bären ein Spielzeug weg und gab es dem anderen Bären. In der Vergleichsgruppe ignorierte der Anführer diese Szene. In diesem Fall erkannten die Forscher, dass die Kinder aufgrund ihrer Blicke dieses Verhalten nicht akzeptierten.

Durch diese Studie wurde bewiesen, dass bereits Kinder ab dem 15. Lebensmonat über ein Verständnis für Machtstrukturen verfügen.